Abschied von Mano Höllenreiner (1933–2026)
Mit Bedauern haben wir erfahren, dass Hermann „Mano“ Höllenreiner im Alter von 92 Jahren verstorben ist.
Als Kind einer Sinti-Familie wurde er von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert, wo er unvorstellbares Leid erlebte. Er überlebte mehrere Konzentrationslager und einen Todesmarsch.
Jahrzehntelang schwieg er über seine traumatischen Erfahrungen, bevor er den Mut fand, seine Geschichte öffentlich zu erzählen. Seine Erlebnisse wurden auch in Anja Tuckermanns Roman Mano – der Junge, der nicht wusste, wo er war festgehalten.
Im Jahr 2019 gehörte seine Lebensgeschichte zu den Pflichtlektüren für die Abschlussprüfung an Realschulen in Baden-Württemberg. Im Zuge der Erarbeitung unserer begleitenden Unterrichtsmaterialien hatten wir die besondere Gelegenheit, mit Mano Höllenreiner persönlich zusammenzuarbeiten. Diese Begegnung und der direkte Austausch mit ihm bleiben uns in wertvoller Erinnerung.
Als Zeitzeuge setzte er sich unermüdlich gegen das Vergessen und für die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma ein.
Mit Mano Höllenreiner verlieren wir einen bedeutenden Zeitzeugen und eine eindringliche Stimme gegen Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir sind dankbar, dass wir ihn kennenlernen und einen kleinen Teil dazu beitragen durften, seine Geschichte an junge Menschen weiterzugeben.
Seine Geschichte und seine Botschaft bleiben unvergessen.