In diesem Beitrag finden Sie eine Zusammenfassung der Novelle Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm sowie unsere Unterrichtsmaterialien dazu.
Um was geht’s?
Überleben während und nach dem Zweiten Weltkrieg
Hamburg 1945: Kurz vor Kriegsschluss will sich der junge Marinesoldat Bremer nicht im Endkampf verheizen lassen. So erliegt er der Verführung der Notsituation und der 43-jährigen Lena Brücker und lässt sich von ihr in ihrer Wohnung verstecken, immer in Gefahr, durch den fanatischen Block- und Luftschutzwart Lammers entdeckt oder durch misstrauische Nachbarn denunziert zu werden. Aus Rache, dass Bremer ihr seine Ehe und sein kleines Kind verheimlicht hat, verrät Lena Brücker diesem nicht, dass der Krieg mittlerweile zu Ende ist. Bremer verlässt seine Geliebte, diese »entdeckt« in ihrem Kampf, die furchtbare Not der Nachkriegszeit zu überstehen, die Currywurst und endet einsam und allein im Altersheim.
Zusammenfassung Die Entdeckung der Currywurst
Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm ist eine Novelle, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird und sich mit der fiktiven Erfindung der Currywurst in Hamburg befasst. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Erzählers, eines Schriftstellers, erzählt, der auf der Suche nach den Ursprüngen der Currywurst auf die Geschichte von Lena Brücker stößt.
Rahmenhandlung
Der Ich-Erzähler erinnert sich an seine Kindheit in Hamburg und an Lena Brücker, die er mit der Erfindung der Currywurst verbindet. Jahre später sucht er nach Lena Brücker, um die Wahrheit über die Erfindung der Currywurst zu erfahren. Er findet sie in einem Altersheim in Harburg. Lena, mittlerweile 87 Jahre alt und erblindet, bestätigt seine Theorie und beginnt, ihre Geschichte ausführlich und emotional zu erzählen. Über sieben Treffen hinweg, bei denen sie immer ein Stück Torte als Honorar verlangt, schildert sie die Entstehung der Currywurst. Der Erzähler kürzt ihre Erzählung und lässt sie am 29. April 1945 beginnen.
Haupthandlung
Hamburg liegt in Trümmern, und das Naziregime weiß, dass der Krieg verloren ist. Die Bevölkerung soll Hamburg dennoch bis zum letzten Mann verteidigen. Hermann Bremer, ein 24-jähriger Bootsmann, wird zum letzten Aufgebot abkommandiert, obwohl er darauf nicht vorbereitet ist. Nach einem enttäuschenden Heimaturlaub in Braunschweig, wo er zum ersten Mal seinen einjährigen Sohn gesehen hat, kommt er nach Hamburg und sucht Ablenkung im Kino.
Zur gleichen Zeit bereitet sich die 42-jährige Lena Brücker, eine alleinstehende und selbstbewusste Frau, auf den Abend vor. Sie sucht ebenfalls Ablenkung im Kino. Beim Anstehen in der Warteschlange wird sie von Bremer angerempelt, und sie kommen ins Gespräch. Während eines Fliegeralarms müssen sie in einen Luftschutzraum fliehen, wo sie näher zueinander finden. Nach der Entwarnung gibt Bremer Lena seine Plane gegen den Regen, und sie gehen zu ihr nach Hause. In Lenas Wohnung entwickelt sich eine romantische und erotische Spannung. Sie kochen gemeinsam und verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Morgen beschließt Bremer, sich nicht seiner Einheit anzuschließen, sondern bei Lena zu bleiben.
In echter Novellenmanier wird die Handlung durch eine Rahmenhandlung unterbrochen, in der die alte Lena dem Erzähler ihre Geschichte erzählt und Fotos zeigt. Lenas Beziehung zu ihrem Mann Gary wird thematisiert. Er erscheint als selbstsüchtiger Frauenheld, der wenig Rücksicht auf Lenas Gefühle nahm. Lena sagt, dass sie ihn nicht vermisst und ohne ihn besser zurechtkommt. Obwohl sie versucht hat, ihn zu vergessen, zeigt sich, dass Garys Einfluss auf ihr Leben noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Tagsüber bleibt Hermann Bremer allein in Lenas Wohnung und beobachtet heimlich die Umgebung. Lena fühlt sich durch die gemeinsame Nacht wieder als Frau. Während sie in der Kantine arbeitet, versucht Bremer das Radio zu reparieren und stöbert in ihren Sachen, entdeckt Familiendokumente und Briefe. Sie merkt, dass Bremer in ihren Sachen gewühlt hat, und findet ein Foto von ihm mit einer Frau und einem Kind. Bremer verschweigt ihr, dass er verheiratet ist. Beide bauen eine „Matratzeninsel“ in der Küche und verbringen viel Zeit miteinander. Lena erfährt vom bevorstehenden Kriegsende, fürchtet jedoch, dass damit ihre Beziehung zu Bremer enden könnte.
Eines Tages entdeckt Lena zufällig, dass Senf und Ketchup, die sie aus verschiedenen Quellen erhalten hat, eine interessante Mischung ergeben. Sie experimentiert weiter und findet heraus, dass diese Mischung mit einer Bratwurst sehr gut schmeckt. So kommt sie auf die Idee der Currywurst, die bald sehr beliebt wird. Lena verheimlicht Bremer die Kapitulation, um ihre Beziehung zu ihm weiter genießen zu können. Bremer glaubt, dass Deutschland bald an der Seite der Westalliierten gegen Russland kämpfen wird, und zeigt immer mehr Verhaltensweisen von NS-Mitläufern. Lena lenkt ihn mit Geschichten und intimen Momenten ab, doch seine Neugier wächst. Er fordert Zeitungen und ein funktionierendes Radio, was Lena mit Ausreden verzögert. Die Beziehung leidet unter Lenas Lügen und Bremers zunehmender Ungeduld. Lena sieht in der Stadt schockierende Bilder von KZ-Opfern und erzählt Bremer davon, doch er glaubt ihr nicht. Wütend gesteht sie ihm, dass der Krieg längst vorbei ist. Bremer verlässt daraufhin die Wohnung ohne Abschied.
Lena ist wieder allein und traurig, dass sie Bremer ihre Beweggründe nicht erklären konnte. Jeder Gegenstand erinnert sie an ihn. Bremer hat seine Feldplane und Marineuniform zurückgelassen, und Lena kann ihre Tränen nicht zurückhalten. Sie entwickelt ihre Erfindung aber weiter und baut sich durch den Verkauf der Currywurst eine neue Existenz auf. Lenas Mann Gary kommt zurück, doch sie ist nun selbstbewusster und lässt sich nichts mehr von ihm gefallen. Nach seiner Rückkehr lebt Gary wie zuvor als Macho, doch Lena weigert sich schließlich, weiter mit ihm zu schlafen, und setzt ihn vor die Tür, nachdem sie sicher ist, dass er fremdgeht. Gary verschwindet für immer aus ihrem Leben.
Zusammengefasst von Nina Keßler und Julia Biedermann.
Eine ausführliche Inhaltsübersicht finden Sie in:
Cornelia Zenner, Günter Krapp: Die Entdeckung der Currywurst, Lehrerheft, Berkheim/Illerbachen: Krapp & Gutknecht Verlag 2019, S. 32–60.
